Helmut-Schmidt-Zukunftsfestival
Beim Helmut-Schmidt-Zukunftsfestival 2026 zum Thema „Wilde Zukunft“ war ich für eine Veranstaltung am 16. Juni als Impulsgeberin eingeladen. Unter dem Aufmacher „Der Wald als Eigenraum. Zwischen Wahrnehmung und Entscheidung“ konnte ich auf einer Podiumsdiskussion und bei einem anschließenden Waldspaziergang über meine Visionen eines wilden Waldes sprechen – und über die Relevanz von Biodiversität und meine Arbeit als Wissenschaftsillustratorin bei dem Entwerfen von Zukunftsvisionen. Ich freue mich immer sehr darüber, wenn neben meinen Bildern auch meine inhaltliche Expertise gesehen und wertgeschätzt wird.
Unter anderem wurde meine Illustration eines Wildkatzenwalds für den BUND gezeigt. Sie zeigt schon Vieles von dem was Wälder brauchen: Platz, Wasser, Totholz, alte Bäume mit Spechthöhlen, Sträucher, Moos, Pilze und natürliche, wilde Übergänge zu Offenland mit Hecken und Wildblumen. Wie schön und voller Leben könnten solche Wälder sein. Und wie dringend brauchen wir sie als überlebenswichtige Pufferzone gegen die Klimakatastrophe und das Artensterben.
Aktuell sind leider nur 3% aller Wälder in Deutschland wirklich wild und frei von aktiven menschlichen Eingriffen. Und auch in unsere vermeintlich wilden und unberührten Wälder und Schutzgebiete gelangen Pestizide und Stickstoff aus Landwirtschaft und Verkehr mit dramatischen Folgen für die Biodiversität. Wir brauchen ein Verständnis für die Notwendigkeit unserer heimischen Natur, schnelles Handeln und eine gesamtgesellschaftliche Transformation für den Erhalt unserer Artenvielfalt. Eine Mamutaufgabe. Aber ich zitiere gerne die wunderbare Jane Godall mit ihren klugen Worten „Think locally, and then you have the courage to act globally“. Wenn wir alle uns für die Naturräume in unserer direkten Nachbarschaft einsetzen, für ihren Erhalt kämpfen, über die ökologischen Krisen unserer Zeit sprechen und gemeinsam überall im Kleinen Visionen eines besseren Morgens entwickeln, haben wir schon viel gewonnen.
Danke an Leonie Schmidt für die Einladung und Organisation, an alle Teilnehmer:innen, sowie an meine Mitredner Fried Graf von Bernstorff und Prof. Dr. Andreas Fichtner für die schöne Veranstaltung.

